GS 1 - 107 - Die Bronze- und Eisenzeit - Homepage Werner Keller 2016

Suchen
Direkt zum Seiteninhalt

Hauptmenü:

GS 1 - 107 - Die Bronze- und Eisenzeit

GESCHICHTE > Urgeschichte


DIE BRONZE- UND EISENZEIT GS 1 - 107
Die Kunst, Metalle zu schmelzen und legieren

Noch in der jüngeren Steinzeit tauchen neben den Steinwerkzeugen auch die ersten Metallwerkzeuge auf. Die Kunst des Metallschmelzens ist wahrscheinlich im Vorderen Orient rund 5'000 v. Chr. entdeckt und entwickelt worden. Die ersten Metallwerkzeuge dürften um 2'000 v. Chr. durch Händler aus dem Mittelmeerraum über die Alpen gekommen sein.

Kupfer schmilzt bei ca. 1'000°C, ist aber als reines Metall zu wenig hart, um wirklich brauchbare Werkzeuge und Waffen liefern zu können. Durch "Verunreinigung"  mit geeigneten anderen Metallen (legieren), wird das Metall härter. So besteht Bronze aus neun Teilen Kupfer und einem Teil Zinn. Zwar sind Kupfer und Zinn relativ leicht zu verarbeiten, sie haben aber den Nachteil, dass sie nur in bestimmten Gebieten vorkommen. Zinn muss z.B. aus England geholt werden. Es ist leicht vorstellbar, dass sich die Bronzewerkzeuge und -waffen zu einer beliebten Handelware und zu begehrten Tauschobjekten entwickeln, sind sie doch um einiges handlicher und schärfer als entsprechende Steinwerkzeuge. Es ist nachgewiesen, dass schon damals über die Alpen Handelswege aus dem Mittelraum an die Ostsee führten. Dabei wurden die Legierungsmetalle aus dem Süden nach Norden transportiert, im Gegenzug wurde aus dem Ostseeraum der im Altertum sehr beliebte Bernstein (ein fossiles Harz) gehandelt. Der Alpenpass "Brenner" soll seinen Namen von diesem Handelsgut (Börnstein = Brennstein, weil er ab ca. 300 °C brennbar ist) haben.

Eisen ist ein sehr weit verbreitetes Metall, das in der Natur aber praktisch nur als Eisenerz (Gestein mit Eisenoxideinschlüssen) vorkommt. Wie schon früher das Kupfer muss es in Bergwerken abgebaut und aus dem Erz herausgeschmolzen werden. Dazu sind aber höhere Temperaturen erforderlich. Eisen schmilzt bei etwa 1'500°C. Solche Temperaturen bedingen spezielle Schmelzöfen, denen mittels Blasbälgen zusätzlich Sauerstoff zugeführt werden muss.

Eisen ist härter als Kupfer, aber nicht unbedingt als Bronze. Doch das verbreitete Vorkommen von Eisen(erz) lässt dieses Metall als Legierung (Stahl) einen unvergleichlichen Siegeszug antreten, der bis in die heutige Zeit andauert.

Der Übergang von der Bronze- zur Eisenzeit findet in West- und Mitteleuropa um 1'100 v. Chr. statt. In dieser Zeit entstehen auch die ersten Buchstabenschriften. Diese Tatsache markiert den Übergang von der Urgeschichte zur Frühgeschichte. Zwar kennen noch nicht alle Völker die Schrift, aber einzelne Völker wie die Griechen (später die Römer) beginnen, neben der eigenen Existenz auch die anderer Völker schriftlich festzuhalten. Allerdings sind diese frühen geschichtlichen Zeugnisse noch selten objektiv. Vorerst geht es noch nicht darum, andere Kulturen zu beschreiben, sondern sich von anderen Völkern abzugrenzen, die als "Bar-baren" (= Fremde) bezeichnet werden.

In der Eisenzeit beginnen klar benennbare Völker aus den diffusen Menschenmassen hervorzutreten, die Europa besiedeln. Die ersten benannten Bewohner West- und Mitteleuropas sind die Kelten. Dieser Oberbegriff umfasst eine Vielzahl von Völkern und Sippschaften. Wenn wir in der älteren Eisenzeit von Hallstatt-Kultur (1'100 - 500 v. Chr.; nach dem Ort Hallstatt in Österreich) reden oder in der jüngeren Eisenzeit von der La Tène-Kultur (nach dem Ort La Tène am Neuenburgersee), so sind zumindest die Menschen der La Tène-Kultur als Kelten (griech. keltoi = die Tapferen) zu bezeichnen. Obwohl diese Kulturen sich über ganz Europa ausbreiten, weisen sie gewisse Ähnlichkeiten bei Schmuck, Waffen, Töpferwaren... auf, die eine eindeutige Zuweisung der Datierung der verschiedenen Kulturen erlauben und indirekt auf Wanderungen und Handelsbeziehungen hinweisen.

In diese Zeit fällt auch die Entstehung der imposanten Megalith-Steinkreise und -gräber. Sie zeigen, dass diese Kulturen bemerkenswerte Techniken zur Bewegung mehrere Tonnen schwerer "grosser Steine" (gr. Megalithen) besessen haben müssen.

Aufgaben und Recherchen
Wo wurde das Schmelzen von Metallen erfunden?
Nenne drei Staaten, die heute in diesem Gebiet liegen, wo die Metallverarbung erfunden wurde.
Was ist das Problem beim Schmelzen von Metallen?
Nenne die Schmelztemperaturen folgender Metalle:
Kupfer / Bronze / Zinn / Eisen
Wie werden Bronzegegenstände hergestellt?
Was ist eine Legierung? Wieso legiert man Metalle?
Welche Vorteile hat Eisen gegenüber Kupfer und Bronze?
In welcher Form findet man Eisen in der Natur?
Welche Funktion hat der Blasbalg beim Metallschmelzen?
Was verwendet man zum Befeuern der Schmelzöfen?
Welche neuen "Berufe", die es vorher noch nicht gegeben hat, kommen in der Bronzezeit auf?
Welchem Volk begegnen wir in der Eisenzeit?
- Woher leitet sich der Name des Volkes ab?
- Welche Kulturen begründen sie?
- Woher kommen die Namen dieser Kulturen.
- Auf Grund von was werden Fundstücke diesen Kulturen zugeordnet?
- Ordne diese Kulturen zeitlich ein!
Was bedeutet das, dass wir in der Eisenzeit von der Urgeschichte zur Frühgeschichte übergehen?
Was sind Megalithen? Was machte man mit ihnen? Es gibt ein deutsches Wort dafür. Welches?

Prinzip der Metallegierung

Reine Metalle bilden auf atomarer Ebene Gitterstrukturen. Diese Gitter bestehen aus einzelnen Ebenen, die sich relativ leicht gegeneinander verschieben lassen. Das macht reines Metall gut verformbar, weich.

Durch den gezielten Einbau von Fremdatomen werden die Gitterebenen untereinander "verzahnt". Das Metall wird dadurch härter, aber auch "spröder" (das Metall geht dort, wo das Fremdatom eingebaut wurde, leichter kaputt).





 
Copyright 2015. All rights reserved.
Zurück zum Seiteninhalt | Zurück zum Hauptmenü